mein erster Ironman 70.3

Wow…. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben…. Bin immer noch hin und weg von diesen Eindrücken, dieser Erfahrung und diesen Emotionen…

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle!!

Meine Aufregung fing schon am Samstag morgen ganz schlimm an. Ich hatte zum Glück Sascha vorgewarnt, dass ich sehr anstrengend sein werde, aber er hat heute auch gesagt, also so anstrengend hätte er sich das nicht vorgestellt… hahaha….

Ja ich war super nervös, hatte und habe immer noch sehr viel Respekt vor dem Rennen und leider auch wirklich Angst. Ich weiß normalerweise sollte man keine Angst haben vor Wettkämpfen, sondern nur einen gewissen Respekt. Aber ich muss sagen, ich war ein richtiger Hosenscheißer am Samstag und Sonntag und wollte am liebsten fliehen. So kannte ich mich selbst noch nicht.

Nicht mal bei den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen war ich so aufgeregt.

Ich wusste nämlich es wird ein richtiger Kampf. Und ja das wurde mir dann auch auf der Radstrecke bewusst.

Aber erstmal zu dem Sonntagmorgen. Um 6:00 Uhr hat der Wecker geklingelt, sodass wir in aller Ruhe Zeit hatten uns fertig zu machen. Denn Hektik konnte ich wirklich nicht gebrauchen an diesem Tag.

Um 7:00 Uhr sind wir zum Start an den Hardtsee gefahren, da wir dort noch Proviant und unsere Startnummer ans Rad hängen konnten. Die Stunde vor Beginn war einfach eine Qual für mich. Ich wusste nicht wohin mit mir. Und musste aufeinmal weinen, so aufgeregt war ich.

Sascha hat mich die ganze Zeit versucht zu beruhigen. Aber naja was sollte man da schon großartig machen bei so einem Gefühlswrack wie mich.

Um 9:15 Uhr fiel endlich der Startschuss für uns Hobbathleten. Wir mussten uns in unsere Schwimmzeiten einteilen. Es wurden schwarze Tafeln mit den jeweiligen Schwimmzeiten hochgehoben, die man versuchen wollte zu erreichen. Ich habe mich in die Gruppe 35-40Minuten gestellt, da ich es nicht ganz so heftig angehen wollte und mir meine Kraft fürs Radeln sparen wollte. Das lustige an der ganzen Sache war, dass ich als einzige in meinen Tri Suit von Ryzon dort stand und alle anderen einen Neoprenanzug getragen haben. Und als ich im Wasser war, wusste ich auch wieso. haha… Aber das konnte mich natürlich nicht abhalten. 38  Minuten habe ich gebraucht und danach ging es gleich in die Wechselzone.

Zuerst habe ich meinen Beutel mit Radtrikot ( mit meinem Proviant) ,  Socken und Radschuhe geholt und im Zelt alles Rucki Zucki angezogen. Sodass ich direkt zu meinen Ruby rennen konnte.  Zuerst den Helm aufgezogen und geschlossen, Brille auf und dann konnte es auch schon direkt losgehen. Ab zum Übergang.

Rauf aufs Rad und die härtesten 90 km auf meinem Radl haben begonnen. Um Gottes Willen sag ich euch. Diese Berge im Schwarzwald haben mich fertig gemacht. Ich musste nicht nur einmal aus meiner Komfortzone raus, sondern ich bin mir sicher, es ging an die 1000 mal… Halleluja… nach 60km dachte ich, ich schaffe das nicht mehr. Ich war am Ende und mir sicher, ich komme nicht mehr heile an und wenn ich ankomme, kann ich keinen Schritt mehr laufen. In diesem Moment fing ich dann wohl an Selbstgespräche mit mir zu führen… KEIN WITZ!!! Angie du schaffst das!! Komm schon!!! GO!!! Zähne zusammenbeißen und kämpfen…. Du hast so hart für diesen Wettkampf trainiert… 😀 ja so ging es die letzten 30km mit mir selbst in den Kampf. Aber tatsächlich stand dort dann plötzlich das 80 km Schild und die letzten 10 km gingen richtig schnell rum. Ich konnte mein Rubylein abgeben… Habe meinen Beutel gesucht mit meinen Laufsachen. Im Wechselzelt meinen Helm abgezogen. Meine Fresh Foam Vongos  angezogen, Capi auf und ab ging die Post!!

Die ersten 3 km waren eine Qual, da meine Oberschenkel nur noch brannten… Aber als ich mich eingelaufen hatte ging es wie am Schnürchen und die Kilometer vergingen so schnell. 3 Bändchen musste ich mir holen, da die 21 km 3 Runden gingen und nach der 3. Runde konnte ich endlich in das Ziel einlaufen.

 

Was das für ein Gefühl war, kann ich kaum beschreiben…. Mir kullerten einfach nur noch die Tränken runter vor Freude. Ich habe mich gefühlt, als könnte ich ab jetzt alles schaffen. Unser Körper ist einfach in so viel mehr in der Lage, als wir denken. Wir müssen es nur zu lassen. Versuchen den Kopf auszuschalten und einfach machen. Ich habe auch die ganze Zeit versucht einfach diese Zahlen aus meinem Kopf zu bekommen und einfach strikt geradeaus schwimmen, radeln und laufen.

Also Ladies wir können alles erreichen wenn wir nur wollen. Der Triathlon ist wirklich ein Sport in den ich mich jetzt verliebt habe!!! Dank unserer Staffel mit Lou, Lottie und mir letztes Jahr in Belek habe ich ja erst den Triathlon Sport richtig kennen gelernt und dort habe ich mir gesagt, nächstes Jahr schaffst du es alleine. Und zack endlich war es soweit. Ein Ziel auf was man so lange hin trainiert geht dann einfach so schnell zu Ende. Aber diese Erfahrungen, die man dabei mitnimmt, kann einen keiner mehr nehmen!!! Also traut euch einfach mal etwas neues auszuprobieren… Über euch hinaus zu wachsen und einfach nur sowas von STOLZ auf EUCH SELBST zu sein!!!!

Und was ist euer nächstes Ziel??? 😉

Übrigens sind die Fotos kleine Ausschnitte aus meinen Videos. Die richtigen Fotos von den Ironman Fotografen bekomme ich hoffentlich ganz bald per Mail geschickt und kann euch dann damit noch ein wenig zu spamen 😀 hihi…

 

13 Kommentare

  1. Wow wow woooooow!! Grossartige Leistung! Du kannst so stolz auf dich sein, deine Einstellung ist einfach bewundernswert! Danke für dieses ehrlichen und emotionalen Post.. grosse Klasse!
    Viele Liebe Grüsse Lina

  2. Nicht umsonst nennt man den Kraichgau „das Land der 1000 Hügel“! Spaß beiseite, ich habe einen riesen Respekt vor dir! Du kannst wirklich super stolz auf dich sein, dass du das durchgezogen hast! Ich habe vor ein paar Jahren immer beim Triathlon geholfen (komme aus der Gegend, habe quasi im Hardtsee schwimmen gelernt) und musste die Runden-Bändchen übergeben oder im Finisher-Bereich Snacks und Getränke verteilen und fand es schon immer krass zu sehen, wie viel Willensstärke die Teilnehmer haben. Herzlichen Glückwunsch für diese tolle Leistung!

  3. Ich ziehe meinen ganz großen Hut vor dir! Das war am Sonntag so eine Hitzeschlacht und das durchzuziehen, weiter zu kämpfen und das Ding heim zu bringen ist wirklich großartig.
    War mit einer Staffel am Start und richtig froh, dass ich nach dem Schwimmen fertig war 😀

  4. Einfach nur WOW!
    Angie, du bist so eine Granate, das ist unvorstellbar. Du hast so hart gekämpft und bist mit einer wahnsinns tollen Zeit belohnt worden – echt HUT AB!!

    Ich werde im Herbst meinen 2. Marathon laufen und nehme mir eine Zeit zwischen 3:30 und 3:40 vor – da heißt´s aber noch fleißig trainieren 😉 hihi

    Lass dich nochmal so richtig feiern und gönn dir ordentlich 🙂
    Viele liebe Grüße,
    Christina

    • Wow du bist aber auch eine diesen Granate Liebes 🙂
      Ich bin gespannt auf deinen Marathon. Erzähl mir gerne wie es lief.
      Aber ich bin mir sicher, das rockst du!!
      Liebste Grüße
      Angie

  5. Liebe Angi,

    erst einmal HERZLICHEN GLUECKWUNSCH!!!
    Was fuer eine tolle Leistung!!
    Mich wuerde es interessieren wie 1. der Zeitaufwand deines Trainings aussah (du hattest ja den Vorteil, dass du dir als Berufsblogger deine Zeit frei aufteilen kannst; meinst du so ein Training ist auch gut zu meistern wenn man einen Arbeitstag von 9-17 Uhr hat?)
    2. wuerde mich auch der Geldaufwand interessieren (was kommt da auf einen zu? Startgebuehren, Ausstattung etc.

    Ich freue mich auf deine Antwort! LG Bianca

    • Huhu Liebes,
      deine Fragen beantworte ich auch ganz ausführlich in der 4. Woche des Triathlonmonats, wenn es dann komplett nur um den Triathlon geht. Aber gerne beantworte ich es dir hier auch schonmal in Kurzfassung 🙂
      Ich muss sagen, dass ein geregelter Beruf viel mehr Vorteile hat. DU siehst ja ich bin sehr sehr viel unterwegs und habe dort nie mein Rad dabei. Sondern kann dann nur Laufen gehen. Gerade wenn du einen festen Arbeitstag hast, ist das doch super, da du dir deine Woche toll einplanen kannst. Du könntest dich zum Beispiel Abends nach der Arbeit erstmal schön aufs Rad schwingen oder laufen gehen. 😉
      Aber natürlich nimmt das Training schon viel Zeit in Anspruch. Also so 1,5 bis 2 Stunden jeden 2. Tag ( 3-4 mal die Woche) sollte man sich schon die Zeit nehmen. Natürlich kommt es auch drauf an , welchen Triathlon man als Ziel anstrebt 😉
      Bezüglich des Geldaufwandes ist es auch wieder ganz unterschiedlich.
      Du brauchst:
      ein Rad
      Radkleidung
      Laufkleidung
      Triathlonanzug
      Pulsuhr

      Aber da ist die Anschaffung ja ganz unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, wie hochwertig du deine Sachen haben möchtest.
      Die Startgebühren für kleinere Triathlons liegen ca. bei 100€
      und jetzt beim Ironman 70.3 habe ich 350€ gezahlt plus Hotelkosten für eine Nacht.
      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen Liebes.
      Liebste Grüße
      Angie

  6. Ich ziehe meinen Hut vor dir. Wirklich der Wahnsinn!
    Ich habe mich schon seit längerem für einen Triathlon in olympischer Distanz angemeldet und frage mich nun langsam wie das mit der Kleidung funktioniert weil es mein erster ist..
    Ich sehe zwar, dass du einen Einteiler trägst aber du schreibst etwas von umziehen in Kabinen? Dabei würde man ja ewig Zeit verlieren? Andererseits stelle ich es mir recht unangenehm klitschnass auf dem Fahrrad zu hocken… gerade bei 90km!!
    Sollte ich mir also einen Einteiler zulegen?
    Ich freue mich auf eine Antwort von dir! :))

    • Huhu liebe Hannah,
      ich danke dir so für deine lieben Worte.
      Mit umziehen meine ich Radschuhe anziehen, beziehungsweise Radschuhe wechseln zu den Laufschuhen.
      Und genau ich habe den ganzen Tag den Einteiler getragen. Ein Triathlonanzug, der ist innerhalb von 2-3 Minuten auch wieder trocken. Man will ja keine Zeit verlieren 😉

  7. Komm mal für’s Radtraining nach Sachsen 😀
    Für mich war es auch der erste Triathlon und ich hatte riesigen Respekt vor der Radstrecke. Schnell war ich natürlich auch nicht, aber meine Hausstrecke mit 860 Höhenmentern hat mich gut vorbereitet .

    Vielleicht bis zum nächsten Jahr im Kraichgau. Ich bin dann neben dir die zweite Person ohne Neo 😀

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