mein erster Marathon #tcsnycmarathon

Eine Achterbahn der Gefühle.

Lange habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet und plötzlich ist dieser EINE Tag in greifbarer Nähe und die letzte Nacht davor trifft ein.

Geschlafen habe ich wie gedacht nicht gerade wie ein Stein… Denn ich war jede Stunde wach und hatte Angst zu verschlafen.

Ich ging alles in Ruhe an, als der Wecker um 04:55 Uhr klingelte.

Nun hieß es duschen, Zähne putzen und Laufsachen anziehen. Denn um 5:45 Uhr war Treffpunkt an der Lobby und wir wurden von unserem Shuttle abgeholt.

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2 Stunden haben wir zum offiziellen Startpunkt gebraucht. Um diese Uhrzeit herrschte schon Ausnahmezustand auf den Straßen.

Dann ging es ab in unser Zelt um noch vor dem Start zu frühstücken. Es gab noch einen Kaffee, ein Bagel mit Erdbeermarmelade, Ananas und Melone für mich. Und nach 6-mal an diesem Morgen auf Toilette gehen 😀 ging es dann auch schon zum UPS Bus, um unsere Startbeutel abzugeben und uns dann zu unserem Startblog zu machen.

Die letzten Minuten vor 11:00Uhr wollten nicht vergehen und Diana und ich waren so unglaublich aufgeregt. Wir 2 sind zusammen gestartet. Jan und Sarah sind an einem anderen Startblog los.

Es ging los mit der Nationalhymne, die eine Sängerin live gesungen hat, bis dann der Startschuss fiel und wir in Staten Island loslaufen konnten.

Diese Minuten vor dem Marathon waren wohl die schlimmsten an Aufregung. Man wusste nicht mehr wohin mit seinen Gefühlen und konnte es nicht so recht glauben, dass man im nächsten Moment wirklich den New Yorker Marathon läuft.

Sobald wir aber den ersten Schritt machten und uns die ersten Kilometer einliefen, war die Aufregung wie vergessen.

Es ging direkt mit der ersten Brücke los… 1/5 und die Stimmung war bombastisch. Überall strahlende Gesichter. Aber als wir dann in Brooklyn ankamen, ging es los mit dem Gekreische.

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Zur Sicherheit hatte ich noch meine Sportkopfhörer dabei, jedoch habe ich diese überhaupt nicht gebraucht bei dieser mentalen Unterstützung.

Die Zuschauer schenkten uns all ihre Power und feuerten uns die komplette Strecke an.

Einmal durch Brooklyn, Queens, The Bronx und Manhattan.

So etwas habe ich vorher noch nie erlebt. Alle haben von ganzem Herzen mitgefiebert.

Überall auf der Strecke boten sie uns Taschentücher, Schokolade, Zucker und Vaseline an. Die Poster waren nicht zu toppen. Mein persöhnlicher Motivationsspruch war: Run like your hair is on fire oder  Vine this way ->

Wenn das mal nicht motivierend ist. Und was mich absolut fasziniert hat, wir wurden selbst bei Regen angefeuert. Das hat niemanden abgeschreckt uns nicht mehr zu pushen. Es war wie eine riesige Parade mit Musik, Trommlern, Bands und tanzenden Menschen.

Ja ab Kilometer 5 bis Kilometer 42 hat es durchgängig geregnet.

Bis Kilometer 25 lief alles nach Plan oder eher noch viel besser als geplant. Das Laufen verging bis dahin im Nu und Diana und ich hatten eine super Zeit. Bis plötzlich…. die böse zweite Brücke kam. Mein eh schon angeschlagenes Knie wollte nicht so wie ich es wollte.

Jeder weitere Schritt war ein Kampf…. Ein Kampf gegen den Schmerz… Ein Kampf gegen meinen Körper… Ein Kampf gegen mich selbst…Ein Kampf gegen die Höhenmeter… Diana musste alleine weiter rennen, denn ich musste mich erst einmal selbst ein wenig therapieren.

Aber ich wollte dieses Ding rocken. Aufgeben war keine Option und ich habe auch nicht eine Sekunde ans Aufgeben gedacht. Also hieß es die Zähne zusammenbeißen.

Und als ich bei Kilometer 26 angekommen war, hatte das tollste Cheering Team schon auf mich gewartet und mir so viel neue Energie geschenkt. Anne –Marie, Helene, Eva und Jana haben mich mit voller Kraft angefeuert und geschrien was das Zeug hielt.

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Das ist wohl das Schönste was man sich vorstellen kann, so wieder Kraft zu tanken…

Also hieß nur noch Knallgas.

Ich war so dankbar für jeden Kilometer den mich meine Beine weiterlaufen ließen.

Kilometer 36 oder eher bei Meile 22 angekommen, machte ich eine kurze Pause beim Medical Center und konnte dort meine Knieinnenseiten mit einer Rolle ausrollen.

Und dann ging es auch schon weiter. Es waren schließlich nur noch 6km bis zum Ziel.

Auch wenn sich die letzten 2 Meilen im Central Park unendlich angefühlt haben, konnte ich endlich das Ziel sehen und packte nochmal alle Kraft zusammen und rannte ins Ziel, auch wenn die Tränen nur so  kullerten.  Ich sage euch diese Marathon Strecke ist unglaublich anspruchsvoll, aber die Zuschauer lassen dich das fast vergessen.

Wisst ihr eigentlich wie schwer es ist, zu weinen und zu laufen?? Kein Witz 😀 Beides zur selben Zeit ist fast nicht möglich.

Ich dachte am Ende keine Luft mehr zu kriegen und musste mich konzentrieren aufzuhören vor Freude zu weinen.

Und dann endlich hinter der Ziellinie, konnte ich meinen ganzen Emotionen freien Lauf lassen.

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Mein allererster Marathon war geschafft!! Was ein Gefühl!!! Unbeschreiblich!! Die ganzen Strapazen, das Training, die Aufregung der letzten Monate haben sich gelohnt. Ich konnte gar nicht anders als zu weinen, da einem ein unglaublicher Druck von den Schultern fällt, den man die ganze Zeit mitgeschleppt hat.

Ich bin so unendlich dankbar, dass ich so eine Chance bekommen habe und gemeinsam mit New Balance, New York City unsicher machen durfte. #crewlove Danke für den großartigen Support und in so einem bombastischen Team sein zu dürfen.

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Dieses Erlebnis werde ich definitiv niemals vergessen.

Ich kann jeden von euch empfehlen, wenn ihr einen Traum habt, dann macht es einfach. Denkt nicht zulange nach, meldet euch an, gebt Gas für eure Träume und lasst sie Wirklichkeit werden.

Das einzige was ich mich jetzt nur frage…. Wie kann ich dieses Jahr 2017 noch toppen?
September mein allererster Ironman70.3 und nun im November mein erster Marathon und das dann noch in New York.

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WOW!! Anfang des Jahres hätte ich das nicht für möglich gehalten. Aber wir können alles schaffen, wenn wir nur wollen.

Niemand muss Experte auf dem Gebiet sein und Zeiten schaffen, wie die Profis. Das Ziel ist doch das bedeutende und mit einer guten Vorbereitung ist es das schönste Gefühl dort nach all den Strapazen anzukommen und sich auch gerne ein wenig feiern zu lassen 😉 Das hat man sich schließlich verdient.

So und nun die Frage: ‘Was ist euer nächstes Ziel?? Wie sehen eure Träume aus??“

Für mich geht es jetzt erst einmal Knie durchchecken lassen und danach werde ich dann über meine Ziele für 2018 nachdenken. Vorher heißt es aber zuerst auskurieren und Daumen drücken, dass es nichts schlimmeres ist!!

9 Kommentare

  1. Wooooow!!! Ich habe so sehr mitgefiebert und finde es so klasse wie du das (trotz Knie) gemeistert hast. Ich habe instastories gefühlt jede Minute aktualisiert um bei irgendeinen deiner freund was von dir zu sehen. 5 Stunden laufen HEFTIG! Du hast mich inspiriert und motiviert. Danke

  2. Mein Ziel ist der Halbmarathon in Berlin in voller Freude aber auch Angst kann ich das schaffe komme ich über den Winter mit dem Training aber ich werde es schaffen und am 8 April über die Ziellinie laufen vor 6 Monaten bin ich gerade mal gewalkt . Ich werde es schafffen

  3. Oh wow wow wow! Ich fand die Stories von Maren, Julia.. schon so toll anzuschauen und hab mir da schon gedacht, dass ich das auch einmal gern erleben möchte, aber dein Text setzt dem ganzen mich einmal ein Krönchen auf. Ich hab so mit euch mitgefiebert und ständig Instagram aktualisiert um zu sehen ob’s was neues von euch gibt. Ich darf jetzt schon seit 5 Monaten nicht laufen aber sowas zu lesen macht mich zwar einerseits traurig aber andererseits motiviert es mich unglaublich. Wie gehts deinem Knie denn jetzt?
    Und das mit dem Weinen kenn ich übrigens, zwar nicht vom Laufen aber vom Tanzen. Da hab ich letztens auf der Bühne während denn Tanz meinen Schuh verloren und dachte, dass ich es dadurch jetzt meiner ganzen Gruppe verdorben hätte und hab dann, als wir fertig waren, so angefangen zu weinen, dass ich keine Luft mehr gekriegt hab weil ich eh außer Puste war.. also ordentlich atmen und weinen funktioniert irgendwie nicht so

  4. War in NYC beim Marathon als Volunteer und es war einfach so unglaublich und unbeschreiblich inspirierend und faszinierend! Hab schon die ganze Zeit bevor ich dort war überlegt einen Halbmarathon zu laufen & hab mich jetzt direkt beim Boston run to remember Halbmarathon angemeldet!!! Und OMG ich bin sooooo aufgeregt!!! Zum Glück ist bis Mai noch genug Zeit! Aber der nyc marathon war einfach so unglaublich inspirierend! Und fand’s so schade, dass ich dich nicht gesehen hab, Jan & Diana sind nämlich bei mir vorbeigelaufen 😀
    Und nicht zu vergessen: GRATULIERE dir!!! Einfach unglaublich was du geschafft hast!!!

  5. Wow, toll dass du durchgehalten hast!
    Und so schön beschrieben, mir sind fast auch die Tränen gekommen beim durchlesen :0
    Mir ging es aber genauso, in Berlin bin ich dieses Jahr meinen ersten Marathon gelaufen und im Ziel habe ich auch sosehr geweint!

  6. Also ich muss schon mitweinen beim lesen dieses Textes. Auch bei deiner Story im Ziel habe ich gleich geheult. Dieses Jahr bin ich den Halbmarathon in Berlin gelaufen und kenne das Gefühl der Last was dann von einem fällt. Ich bin ja nur Hobbyläufer und habe auch noch zwei Kinder da ist es schwerer alles zu schaffen aber es geht wenn man nur will. Als Tipp für 2018 kann ich dir ToughMudder empfehlen. Ich bin im September den halben gelaufen und habe mich direkt danach für 2018 für einen ganzen angemeldet. Da lernst man Zusammenhalt unter völlig fremden Menschen noch mal neu kennen. Das ist echt ein Erlebnis.

  7. Ich bin sooooooo stolz auf dich!!!! Du hast tapfer durchgehalten und es ans Ziel geschafft! Herzlichen Göückwunsch!!!!! Ich musste mit dir mitweinen, weil ich soooo stolz auf dich war. Hab das auf Instagram und überall mitverfolgt!!!! Du hast es absolut fantastisch gemacht. 🙂

  8. Ich wusste, dass du es schaffe wirst Angie! Herzlichen Glückwunsch, wenn ich es so schreiben kann 🙂 Ich habe an dem Sonntag so gut es ging mit gefiebert und war auch sprachlos, wie es auf den Straßen NY war. Da kann so ein Lauf auch nur emotional enden. So viel Training, Aufregung und Erlebnisse an einem Tag 🙂
    Ich muss zugeben, dass ich schon beim Ironman70.3, Hut ab!, zu dir gesagt habe, aber der Marathon ist auf jeden Fall eine Spitzenleistung!
    Das letzte Foto von dir und Diana gefällt mir persönlich sehr gut 🙂 Da seht ihr beide einfach nur glücklich aus 😉
    Und was ich mein Plan für die Zukunft? Ich möchte weiterhin Krafttraining machen und ab Januar anfangen regelmäßig zu laufen, denn ich würde gerne im Mai bei meinem ersten kleinen Lauf in Hamburg mitmachen. Also mit einer Freundin zusammen laufen 🙂

    Ich wünsche dir eine gute und schnelle Genesung! Werde wieder schnell fit 🙂
    Liebe Grüße und eine schöne Woche wünsche ich dir noch!
    magdaeva von https://lifestylemeetsmagdaeva.blogspot.de/

  9. Angi du motivierst mich so sehrhabe dieses Jahr meinen ersten Halbmarathon geschafft und kann dir so gut nachfühlen, was für eine emotionale Geschichte so ein Lauf ist du bist einfach ein absoluter Knaller! Mein Ziel ist Aufjedenfall auxh mal einen Marathon zu schaffen- der Traum wäre natürlich New York bleib so wie du bist und mach weiter so ❤️Wünsche dir gute Besserung und eine wunderschöne Vorweihnachtszeit ❤️

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