O du nachhaltige Weihnachtszeit!

Konsumschlacht oder minimalistisch nachhaltige Besinnlichkeit? Tannenbaum, Geschenkpapier, Kerzen und Klimbim .

Weihnachten ist ein Riesenfest und hat seine Traditionen. Jedoch erinnert es mittlerweile eher an eine Konsumschlacht und hat nur noch wenig mit Besinnlichkeit mit den Liebsten zu tun. Jährlich wird zur Weihnachtszeit aber nicht nur mehr gekauft, sondern es landet auch rund 20 bis 30 Prozent mehr Abfall im Müll.

Einmal genutztes Geschenkpapier, ausgediente Einweg-Deko wie Lametta, Weihnachtskarten oder auch Schokolade, denn nicht jeder süße Weihnachtsmann wird auch bis zum Verfallsdatum verspeist.

Also wieso sich nicht einmal vorher Gedanken machen, ob man all das braucht, geschweige denn möchte? Es gibt tolle Alternativen, dem ganzen Konsumwahn zu entkommen, ohne die eigenen Traditionen außer Acht zu lassen. Nachhaltigkeit und Minimalismus sind hierbei meine Devise für wahre Besinnlichkeit. Wenn du mich fragst, würde ich am liebsten nur noch wegrennen, sobald ich mir zur Vorweihnachtszeit die Supermärkte anschaue. Alles in Überproduktion. Man wird fast erschlagen von all dem Kitsch.

Aber was davon brauche ich denn wirklich, um eine glückliche Weihnachtszeit zu haben? NICHTS! Das Ganze stresst nur und gibt mir keinen Mehrwert. Nach der Weihnachtszeit frage ich mich eher: „Wohin mit dem ganzen Zeug?“ Weniger ist mehr – Nachhaltigkeit und Minimalismus als Devise für wahre Besinnlichkeit.

Nachhaltige Weihnachtsdekoration – natürlich schön

Jedes Jahr wird neue Dekoration für das Heim produziert und folglich auch gekauft – die alte Kollektion landet im Keller oder gleich im Müll. Doch Achtung: Finger weg von Billig-Dekoartikeln, da diese alleine durch den Transportweg und die Herstellung einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Etwa 80 Prozent der in Deutschland verkauften Weihnachtsartikel werden in China hergestellt. Nicht nur die Entfernung sorgt für Minuspunkte in Sachen Nachhaltigkeit, sondern auch die schlechten Arbeitsbedingungen, Billiglöhne und gefährlichen Chemikalien, die zum Einsatz kommen. Mit dem Kauf solcher Artikel unterstützt du dieses System und holst dir auch noch die Giftstoffe ins Haus. Setze auf natürliche Deko wie rote „Schneewittchenäpfel“, Nüsse oder aus Stroh geflochtene Sterne. Bringe Tannenzapfen vom Waldspaziergang mit und hänge sie als Girlande an die Wand. Genauso machen sich Äste toll in der Wohnung.

Wie wäre es nach Weihnachtsschmuck bei Ebay Kleinanzeigen zu schauen? Oder falls dir dort nichts so richtig zusagt, am besten darauf achten, dass es in Deutschland zu fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Adventskalender – 24 Türchen nachhaltig gestalten

Auch der Adventskalender wird sehr häufig als Einwegversion gekauft. Meist sogar gleich mehrere. All das ist teuer und verursacht unheimlich viel Müll. Wieso nicht einen mehrfach Befüllbaren kaufen oder gleich einen selbst machen? Dann weißt du auch genau, was drin und dran ist.

Vor allem, wenn du ihn mit viel Selbstgemachtem bestückst, etwa mit Badekugeln, Seife, Waschnüssen oder veganen Aufstrichen, oder Plätzchen. So kannst du deinen Liebsten eine Freude machen und ihnen gleichzeitig Nachhaltigkeit vorleben. Es muss also nicht immer in Alu oder Plastik verpackte Schokolade sein.

Advent, Advent nicht nur ein Lichtlein brennt

Wie wäre es, auf Lichterketten ganz einfach zu verzichten und lieber Sojawachskerzen zu benutzen? Wer das nicht möchte, sollte zumindest LED-Ketten nutzen, um Strom zu sparen. Auch Zeitschaltuhren helfen enorm, um den Energieverbrauch einzudämmen. Der Lichterglanz kostete die Deutschen im Jahr 2017 erschreckende 197 Millionen Euro. Der Verbrauch entspricht dem Jahresverbrauch von 220.000 Haushalten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Energie-Unternehmens LichtBlick. Damit könnte zum Beispiel die Stadt Aachen ein ganzes Jahr auskommen.

Du assoziierst weihnachtliche Gemütlichkeit mit Kerzenschein? Dann verwende ab jetzt Kerzen aus Bienen- oder Sojawachs. Das Wachs von normalen Kerzen enthält Paraffin, also Erdöl. Die Verbrennung des Öls verursacht CO2-Emissionen, die den Klimawandel vorantreibt. Auch die Produktion dieser Kerzen wirkt umwelttechnisch und menschenrechtlich bedenklich.

Was die Deko angeht, steht für mich dieses Jahr fest: so minimalistisch und natürlich wie möglich.

Bezüglich des selbst gemachten Adventskalenders muss ich wohl meinen Freund noch ein wenig inspirieren. Vielleicht hat er ja Lust, gemeinsam einen zu machen und wir wechseln uns mit jedem Türchen ab. Das wäre doch eine schöne Idee.

Nachhaltige Geschenke – gemeinsame Zeit und Besinnlichkeit

Verschenke nur das, was auch wirklich gebraucht wird. Erkläre deinen Freunden, dass du ein nachhaltiges Weihnachten feiern möchtest. Und sage ihnen gerne auch, dass du nichts geschenkt bekommen möchtest, oder nur etwas, das du wirklich gebrauchen kannst. Genauso andersherum.

Oder wie wäre es mit gemeinsam verbrachter Zeit? Ein Ticket für eine Veranstaltung für euch zusammen. Ist meiner Meinung nach immer eine tolle Idee.

Eingepackt wird in Zeitungspapier. Zusätzlich Naturmaterialien sammeln zum Schmücken. Fertig ist das nachhaltige Geschenkpapier.

Nachhaltiger Weihnachtsbaum – im eigenen Garten

Apropos Weihnachtsbaum: Etwa 30 Millionen Weihnachtsbäume werden für die deutschen Haushalte jährlich gefällt. Diese riesige Zahl ist erschreckend, da die Bäume ja tatsächlich nach Weihnachten auf dem Müll landen – also werfen wir mehrere Wälder jährlich weg. Mit Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit hat das wenig zu tun.

Dazu kommt, dass Tannen mit Pestiziden behandelt werden. Bei einer Laboranalyse wurden an etwa 75 Prozent der Weihnachtsbäume Pestizid-Cocktails gefunden. Fünf davon werden als sehr gefährlich eingestuft, da sie die Nervenzellen und das Hormonsystem schädigen können. Nicht nur für uns sind diese Giftstoffe schädlich, sie sind auch schlecht für Böden und Gewässer. Eine pestizidfreie Alternative ist ein zertifizierter Bio-Weihnachtsbaum. Den erkennst du an Siegeln der Bio-Anbauverbände wie Demeter, Naturland oder Biokreis. Leider wird aber auch der spätestens Anfang Januar weggeschmissen.

Von einem Plastikweihnachtsbaum ist auch abzuraten, da auch seine Ökobilanz erst nach 10 bis 20 Jahren Gebrauch im Vergleich zu herkömmlichen Weihnachtsbäumen positiv ist. Ein Mehrwegbaum wird aber im Durchschnitt bereits nach sechs Jahren entsorgt. Zusätzlich sind diese Bäume meist aus dem umwelt- und gesundheitsschädlichen PVC hergestellt.

Mit dem Mietbaum im Topf bieten lokale Gärtnereien und Förstereien eine tolle Alternative an. Nach der Weihnachtszeit wird der Baum wieder abgeholt, eingepflanzt und kann weiterwachsen. Meines Erachtens eine ganz wundervolle Idee.

Du kannst natürlich einen eingetopften Weihnachtsbaum im Garten selbst ziehen. Mit den Jahren wird er  zum stattlichen Weihnachtsbaum. Allerdings sollte dieser Baum nicht länger als 10 Tage in der Wohnung stehen, damit er den Ausflug in die vier Wände übersteht.

Nachhaltiger Weihnachtsschmaus – pflanzlich, einfach, lecker

Auch das Weihnachtsessen kann nachhaltiger gestaltet werden. Rund 20.000 Tonnen Geflügel werden im Weihnachtsmonat Dezember mehr verspeist. Die Fleischproduktion hat eine sehr ungünstige CO2-Bilanz und wird kritisiert – egal ob bio oder nicht.

Muss es unbedingt der Gänsebraten sein? Rund 20.000 Tonnen Geflügel werden im Dezembermonat mehr verzehrt. Auch ein vegetarisches Weihnachtsmenü kann köstlich sein. Wie wäre es also mal mit einem fleischlosen Drei-Gang-Menü? Ein wunderbarer Ersatz eines Gänsebratens ist zum Beispiel ein saftiger Nussbraten zusammen mit Knödeln und Rotkraut.

Es gibt so viele Möglichkeiten, um ein besinnliches und nachhaltiges Weihnachtsfest zu gestalten, mit einem überragend guten Gewissen noch dazu. Ach wie sehr ich mich jetzt auf die Vorweihnachtszeit freue. Auf die Besinnlichkeit, die Gemütlichkeit, das Miteinander und mit ganz viel Liebe.

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