Vom Oldtimer zum Neuwagen – Warum wir uns für einen neuen Van entschieden haben

Jetzt sind wir schon einige Zeit zurück von unserer Reise. Sieben herrliche Wochen waren wir in Norwegen und Schweden und haben dort ganz viele wundervolle Abenteuer erlebt und neue Marmeladenglasmomente gesammelt. Vor allem war es aber auch die erste Reise mit unserem neuen Van Carl. 

Aber warum überhaupt ein neuer Van?

Vor allem, nachdem wir so viele tolle Reisen mit unserem alten T4 Bulli Schosch gemacht haben.Dafür müssen wir ein Jahr zurück gehen. Im Spätsommer 2021 haben wir den Entschluss gefasst, unsere Wohnung zu vermieten und mehr zu reisen. Vor allem wollen wir mehr sehen und erleben.Ein Reiseziel stand von Anfang an für uns fest. Nachdem wir 2018 schon einmal in Island wandern waren, wollen wir dieses atemberaubende Land noch einmal mit dem eigenen Bus erkunden. Nachdem wir diese Entscheidung getroffen hatten, war auch ganz schnell klar, dass das mit unserem kleinen Bulli Schosch ganz schön nervenaufreibend werden könnte. Ein 30 Jahre altes Auto mitten im nirgendwo, war uns nicht ganz geheuer. Außerdem ohne Stehhöhe, wenn es wochenlang am Stück regnen kann, zerrt sowas wirklich an den Kräften. Also gab es zwei Möglichkeiten für uns: Schosch zum dritten mal ausbauen, mit Klappdach oder doch ein neuer Van. Und nach langen hin und her überlegen, waren wir uns einig. Wir brauchen ein anderes Fahrzeug.Leicht fiel uns der Gedanke jedoch nicht. Nach so vielen Reisen in unserem rollenden Zuhause blutete uns das Herz, bei dem Gedanken, den alten Herrn zu ersetzen.Und nachdem wir Monate lang nach einem passenden Fahrzeug gesucht haben, war es dann endlich soweit. Im November 2021 konnten wir Carl abholen. Ein VW Crafter L2H2 von 2020.Warum wir uns gegen einen anderen Oldtimer und genau für dieses Auto entschiedne haben erzähle ich euch jetzt:

 

Wir haben unseren geliebten 30 Jahren alten Oldtimer gegen einen seelenlosen 2 Jahre jungen Van getauscht!

1. Die Größe

Wenn wir über mehrere Monate unterwegs sein wollen brauchen wir definitiv mehr Platz als im T4. In Bullischosch hatten wir keine Stehhöhe. Das war der erste Punkt, den das Fahrzeug erfüllen musste. Denn nach so vielen Reisen war klar, wir möchten im neuen Bus stehen können. Außerdem war es uns wichtig, im Bus quer schlafen zu können. Aus diesem Grund bekam Carl von uns noch Longsleeper verpasst. So haben wir Platz im Innenraum gespart. Zudem sollten alle wichtigen Dinge im Bus erreichbar sein, ohne erst das Bett umbauen zu müssen. Jetzt können wir Toilette und Küche nutzen, ohne zuvor noch groß umräumen zu müssen.

2. Sicherheit

So wunderbar wie das Flair in einem knapp 30 Jahre alten Auto ist, in Sachen Sicherheitstechnik ist bei einem neuen Wagen doch deutlich mehr drin. Von ASB über ESP, Spurhalteassistent und Abstandserkennung. All diese Dinge machen ein Fahrzeug sicherer. Ob man all diese zusätzlichen Sicherheitsfunktionen benötigt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Im Hinblick auf unsere Fahrtdauer und auch die Länder die wir bereisen wollen, war es für uns jedoch sehr wichtig alle Optionen in Punkto Fahrsicherheit zu nutzen. Zudem ist die Karosserie bei einem neuen Fahrzeug deutlich weiter entwickelt. So ist der Schutz für die Insassen des Autos sowie auch für Fußgänger deutlich höher. 

 

3. Ersatzteile und Reparaturen

Bei einem neuen Fahrzeug geht in der Regel weniger kaputt. Das liegt einfach daran, dass die jeweiligen verbauten Teile nicht ewig haltbar sind. Neben den regulären Verschleißteilen, wie Bremsen und Luft- bzw. Ölfilter kann bei einem Oldtimer doch deutlich mehr kaputt gehen. So sind ab einer gewissen Laufzeit auch Dinge wie Motor und Getriebe irgendwann einfach kaputt. Und dann beginnt die Rechnerei: lohnt es sich noch dieses Teil zu reparieren oder zu ersetzen? Gerade bei so etwas, wie einem Getriebeschaden, schießen die Kosten ganz schnell in die Höhe. Und wenn man sich aktuell im Ausland befindet, sind solche Fragen noch viel schwieriger zu beantworten. Vor allem wenn man sich im Zweifelsfall gegen eine Reparatur entscheidet. Wie zurück kommen? Was macht man mit dem Fahrzeug? Und die Reise muss oft einfach abgebrochen werden. Nachdem wir auch schon die ein oder andere Panne im Ausland hatten, wollten wir einfach ein Fahrzeug, dass so Zuverlässig wie möglich ist. Zum anderen stellt sich bei einem Oldtimer irgendwann auch immer die Frage, ob man das jeweilige Ersatzteil überhaupt noch bekommt. Bei einem T4 ist das vielleicht weniger das Problem, bei anderen Fahrzeugen ist das jedoch leider häufig eher die Regel als die Ausnahme. Und dann braucht man auch noch einen KFZ-Mechaniker, der sich mit den alten Autos auch noch auskennt und den jeweiligen Fehler auch beheben kann. Mittlerweile ist auch das nicht mehr selbstverständlich.

Bei einem Oldtimer stellt sich häufig die Frage, bekomme ich noch das Ersatzteil?

4. Umwelt

Der Kraftstoffverbrauch bei einem neueren Van zeigt meistens deutlich unter dem von älteren Modellen und Oldtimern. Mit Bullischosch haben wir im Schnitt 13 Liter auf 100 km verbraucht. Mit Carl sind es dagegen nur 8 Liter. Natürlich ist auch immer der Fahrstil mit Ausschlag gebend. Zusätzlich gelangen durch optimierte Kraftstoffverbrennung auch einfach weniger belastende Partikel in die Natur. Natürlich sind wir uns bewusst darüber, dass das Leben und Reisen in einem Diesel nicht die umweltschonendste Variante ist. Im Gegensatz zu Schoschi sind wir im Carl aber doch einiges schonender unterwegs. Ein gebrauchtes Fahrzeug muss natürlich nicht extra produziert werden und damit können Ressourcen gespart werden. Deshalb haben wir uns auch bewusst gegen einen Neuwagen entschieden.

 

5. Komfort

Ja, Komfort ist Ermessenssache. Und ja, man kann auf vieles verzichten. Bei unseren Reiseplänen und vor allem dem Zeitraum, den wir im Van verbringen möchten war uns ein gewisses Maß an Komfort jedoch wirklich wichtig.

Carl ist deutlich besser gedämmt als Bullischosch. So konnten wir uns während der Fahrt, in einer völlig normalen Lautstärke unterhalten. Vorher mussten wir uns eher anbrüllen.Außerdem haben wir uns ganz bewusst für ein Automatik-Getriebe entschieden. Zusammen mit dem Tempomat ist das Fahren von langen Strecken jetzt deutlich entspannter. Super glücklich sind wir auch über die Klimaanlage. Die muss natürlich nicht permanent laufen. Aber nachdem wir in Griechenland bei über 35 Grad im Fahrerhaus nahezu gekocht wurden, können wir jetzt das ein oder andere kühle Lüftchen auf der Fahrt genießen.Und auch mal schneller als 100 km/h fahren zu können, gehört für uns zu Komfort. Wir können, wenn wir wollen oder auch müssen, schnell von Ort zu Ort fahren.

Insgesamt haben die Vorteile eines neuen Vans überwogen. Und nach tausenden von Kilometern in unseren knapp 30 Jahre alten Herren, wussten wir auch genau, was uns für unser zukünftiges Leben im Bus wichtig ist.Natürlich muss jeder die Vor- und Nachteile für sich selbst abwiegen. Auch wir haben lange an einem größeren Oldtimer überlegt. Der Charme, den diese Fahrzeuge haben ist einfach genial.

Entscheidend sind hier immer die eigenen Ressourcen und die eigenen Bedürfnisse. Was möchte ich für Reisen machen? Was sind meine Ansprüche an das Fahrzeug? Ein gelernter KFZ-Mechaniker muss sich deutlich weniger Sorgen um Reparatur und Instandhaltung machen.

Wie sieht das eigene Budget aus. Wie lange will man reisen und vor allem wohin? Familien oder Tierbesitzer haben andere Ansprüche an einen Van als alleinreisende Personen.

All diese Fragen sollte man sich vor dem Kauf und Ausbau eines Fahrzeuges stellen und entscheidet dann, welches Fahrzeug am besten zu einem passt.

Und wenn ihr euch unsicher seid, ob Reisen mit dem Van überhaupt etwas für euch ist, gibt es super viele Möglichkeiten sich so ein Fahrzeug auszuleihen und es zuerst ein mal auszuprobieren.

Auch wenn wir mir Carl super glücklich sind, wollen wir keine einzige Minute mit unserem alten Herrn Bullischosch missen. Niemals hätten wir gedacht, dass man mit einem Fahrzeug, so viele Emotionen verbinden kann. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir genau so viele wunderbare Marmeladenglasmomente mit Carl erleben werden.

 

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